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DSV fordert höhere Wassertemperaturen in den Bädern für die Schwimmausbildung

 

Politik
20.01.2023 Kategorie: Schwimmen, Verband, Breiten-, Freizeit- & Gesundheitssport, Wasserspringen, Synchronschwimmen, Wasserball

Der Schwimmsport in Deutschland leidet unter der Energiekrise. Vielerorts haben Schwimmbäder ihr Angebot eingeschränkt oder die Wassertemperaturen abgesenkt. Davon betroffen sind neben tausenden Breitensportler*innen insbesondere Kinder und Jugendliche im Rahmen der Schwimmausbildung.

Schwimmen ist jedoch überlebenswichtig. Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) fordert deshalb angesichts der jüngsten Äußerungen des Präsidenten der Bundesnetzagentur Klaus Müller die Kommunen und Schwimmbadbetreiber auf, auf Einsparungen in den Schwimmbädern zu verzichten und die Wassertemperaturen zumindest in den Nichtschwimmerbecken wieder anzuheben. Nur so kann eine angemessene Schwimmausbildung sichergestellt werden.

Klaus Müller hatte in dieser Woche auf dem Handelsblatt Energie-Gipfel in Berlin erklärt, er fürchte derzeit keine Gasmangellage und sei für diesen Winter optimistisch. Tatsächlich beträgt der Füllstand der bundesweiten Gasspeicher laut Bundesnetzagentur aktuell rund 90 Prozent. Das Ziel der Bundesregierung, dass am 01. Februar 2023 die Speicher immer noch zu 40 Prozent gefüllt sind, lässt sich laut Müller eigentlich nicht mehr verfehlen. Aus Sicht des DSV gibt es damit ausreichend Spielraum, um die Temperaturen in den Schwimmbädern wieder nach oben anzupassen und so Kindern zu ermöglichen, Schwimmen zu lernen.

„In den Sommermonaten machen die Freibäder und Badeseen auf, dann ist Urlaubszeit, viele Familien reisen ans Wasser. Wer bis dahin nicht schwimmen gelernt hat, ist im Sommer einer deutlich höheren Gefahr des Ertrinkens ausgesetzt, wenn er oder sie an Gewässern oder im Freibad unterwegs ist. Schwimmen zu können ist überlebenswichtig“, warnt Uwe Hermann, Vorsitzender der Deutschen Schwimmjugend. Diese vertritt alle Menschen bis 27 Jahre in allen dem DSV angeschlossenen Vereinen und setzt sich unter anderem für die Förderung des Schwimmsports von Kindern und Jugendlichen ein. Im vergangenen Jahr 2022 wurden in Deutschland allein bis Ende August schon fast so viele tödliche Badeunfälle (289) registriert wie im gesamten Jahr zuvor (299), berichtet die DLRG.

Zwei Jahre lang hat die Schwimmausbildung während der Pandemie weitgehend brachgelegen, und bereits vor Beginn der Pandemie konnten nur rund 40 Prozent der Grundschüler*innen sicher schwimmen. Nun fordert der DSV, dass die Temperaturen mindestens in den Nichtschwimmerbecken schnell angepasst werden, damit bis zum Sommer noch möglichst viele Kinder und Jugendliche die Möglichkeit bekommen, schwimmen zu lernen. „Der Schwimmsport in Deutschland hat selbstverständlich die gesamtgesellschaftlichen Belastungen der vergangenen Jahre mitgetragen und auch während der Corona-Zeit versucht, mit guten Konzepten weiter Schwimmkurse anzubieten“, sagt Uwe Hermann.

„Die Energiekrise sorgt jetzt erneut für Einschränkungen. Durch die verringerten Wassertemperaturen ist es nochmal schwieriger, Kinder für einen Schwimmkurs zu gewinnen. Das kalte Wasser sorgt dafür, dass sie sich im Wasser nicht frei bewegen können und schneller auskühlen, was die Freude am Erlernen grundlegender Schwimmtechniken erschwert. Wir sind froh, dass das Thema Bäderschließungen vom Tisch ist, und wir akzeptieren auch, dass die Temperatur in den Schwimmbecken bis zu einem gewissem Grad heruntergeregelt wird, um auf diese Weise Energie zu sparen. Aber gerade in der Schwimmausbildung sind wir darauf angewiesen, dass das Wasser etwas wärmer ist, zumindest diese Becken müssen jetzt wieder normal genutzt werden können.“ Ideal seien Temperaturen von 29 bis 30 Grad. Aktuell liegen diese in vielen Bädern jedoch eher zwischen 26 und 28 Grad.

 

( Quelle: DSV )

5 Millionen Euro für den Sport in NRW

Fünf Millionen Euro mehr für den NRW-Sport in 2023

Am 13. Dezember 2022 haben die Fraktionen der CDU und Grünen beschlossen, die Zuwendungen für den Sport im Haushalt 2023 um weitere 5 Millionen Euro zu erhöhen.

  • 3 Millionen Euro mehr zur Weiterentwicklung des Aktionsplans „Schwimmen lernen in NRW“ und zur Anschaffung von Schwimm-Containern

Nach den coronabedingten Einschränkungen gibt es aktuell eine enorme Nachfrage nach Schwimmkursen. Mit den zur Verfügung stehenden Wasserflächen lässt sich die erforderliche Steigerung des Angebots von Schwimmkursen bzw. Schwimmzeiten nicht realisieren. Deshalb setzen sich die Fraktionen der CDU und Grünen für die Anschaffung von Schwimm-Containern ein. Mit Hilfe der mobilen Pools lässt sich das Angebot von Wasserflächen kurzfristig so ausbauen, dass deutlich mehr Kindern das Schwimmlernen ermöglicht wird.
Die Schwimm-Container eignen sich für einen mobilen Einsatz sowie für einen festen Standort. Mit einem Sattelzug werden die mobilen Pools, die neben einem Schwimmbecken auch mit Umkleide, Duschen und Toiletten ausgestattet sind, bedarfsorientiert in den Kommunen aufgestellt, um dort in kurzer Zeit eine hohe Zahl zusätzlicher Wassergewöhnungs- und Schwimmkurse anbieten zu können.

  • 1 Million Euro mehr für Übungsleiter-Offensive

Ohne Personal keine zusätzlichen Schwimmangebote! Deshalb: Übungsleiteroffensive und die Ausbildung von Schwimmtrainerinnen und Schwimmtrainern! Ohne das notwendige Personal kann kein Kind angeleitet werden! Deshalb wird parallel zur Beschaffung zusätzlicher Wasserflächen die Ausbildung zusätzlicher Übungsleiterinnen und Übungsleiter angestoßen.

  • 1 Million mehr für Bewegungsoffensive

Um den negativen Auswirkungen von Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken, werden wir eine landesweite Bewegungsoffensive initiieren. Die Corona-Pandemie hat den Bewegungsmangel bei Kindern in Deutschland verschärft. Mit dem Maßnahmenpaket wollen wir Kinder in Bewegung bringen und mit Blick auf den gebundenen Ganztag ab 2026 einen Grundstein zur Entstehung nachhaltiger Partnerschaften legen.

In den letzten beiden Jahren hat der Sport aufgrund der Corona-Pandemie weitreichende Opfer bringen müssen. Sportliche Großveranstaltungen mussten abgesagt, zeitweilige Einschränkungen der sportlichen Aktivitäten und sportlichen Wettbewerbe hingenommen werden. Wir stehen an der Seite des Sports und arbeiten auch weiterhin gemeinsam mit unseren Sportvereinen und -verbänden an der Fortschreibung der Erfolgsgeschichte des Sports im Sportland Nr.1 Nordrhein-Westfalen.

Qulle: LSB NRW

Foto: LSB NRW/ Andrea Bowinkelmann

 

 

"Förderung 2023 ist nicht ausreichend."

"Förderung 2023 ist nicht ausreichend." Damit brachte der Landessportbund in seiner schriftlichen Stellungnahme zur Anhörung des Haushalts- und Finanzausschusses der Landesregierung NRW am 17. November das Problem auf den Punkt. "Mit Ausnahme der Mittel aus dem Kinder- und Jugendförderplan wurden die Landesmittel zwischen 2018 und 2022 nicht dynamisiert. (...) Angesichts der hohen Inflation und der steigenden Energiekosten (...) ist das real ein Förderrückgang." heißt es weiter in der Stellungnahme.

16,5 Mio. Euro zusätzlich benötige der organisierte Sport mit Blick auf 2023, um die bestehenden sowie die z. T. aufgrund neuer Gesetzesvorgaben hinzukommenden Aufgaben bewältigen zu können. "Wir fordern deshalb Landesregierung und Parlament auf, die im Koalitionsvertrag der Regierungsfraktionen ausführlich beschriebene, von uns sehr begrüßte ressortübergreifende Bewegungsoffensive für Kinder und Jugendliche auch tatsächlich umzusetzen und finanziell zu unterlegen. Denn das ist bislang nicht der Fall" so der Vorstandsvorsitzende des LSB, Dr. Christoph Niessen, in seinem mündlichen Statement gegenüber den Mitgliedern des Haushalts- und Finanzausschusses.

Mit einem emotionalen Appell schloss Dr. Niessen sein mündliches Statement: "Sorgen Sie in diesem Saal dafür, dass unsere 18000 Sportvereine gerade in der Krise gesichert und gestärkt werden. Denn sie tun das, was der Bundespräsident zuletzt gefordert hat, als er sagte: „Wir müssen alles stärken, was uns verbindet.“ Genau das machen die Sportvereine in diesem Land."

Am 24.11. läuft die Frist für Änderungsanträge zur zweiten Lesung des Landeshaushalts im Parlament ab. Ohne entsprechende Änderungsanträge wird es keinen Aufwuchs der Fördermittel und damit real in Zeiten der Energiekrise einen Förderrückgang für den organisierten Sport in NRW geben. Diesem dürfen wir nicht tatenlos entgegensehen.

Deshalb appelliert der Schwimmverband NRW gemeinsam mit dem LSB: Nutzt jede Gelegenheit bis zum 24.11., auf politische Entscheidungsträger in Eurem Umfeld einzuwirken und sie für die Förderung des Sports in der Krise zu sensibilisieren!

Bleibt zuversichtlich!

Frank Rabe

Generalsekretär